Wertschätzung - Respekt - Kommunikation

Das Zusammenleben von 220 Kindern mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen und Charakteren gemeinsam mit den Lehrerinnen und Erzieherinnen, sowie den Eltern bedarf einer Organisation, in der soziale Themen eine wichtige Rolle spielen müssen.

Neben Schul- und Klassenregeln, die dafür sorgen, dass alle sich wohl fühlen können, haben wir

  • eine Demokratische Organisation, die einen regelmäßigen Meinungsaustausch zwischen Kindern und Lehrerinnen ermöglicht,
  • Paten, die den Kleinen helfen und
  • Streitschlichter zur Lösung von Konflikten.

Mitarbeit und Mitgestaltung der Kinder am Schulleben

Im Sinne einer Erziehung zur Selbstverantwortung und Selbstständigkeit ist die Mitarbeit und Mitgestaltung der Kinder am Schulleben sehr wichtig. Diese wird ermöglicht durch:

  • Tägliches Miteinander der Gemeinschaft
    Dabei entwickeln sich viele Möglichkeiten für Mitbestimmung und Mitgestaltung
  • KlassensprecherInnen
    In jeder Klasse werden eine Klassensprecherin und einen Klassensprecher gewählt. Diese sollen bestimmte Aufgaben übernehmen, wie z.B. ihre KlassenkameradInnen vertreten, an den Schulparlamentsitzungen teilnehmen etc.
  • Klassenrat
    Im Klassenrat werden Themen, die die Kinder beschäftigen im Zusammenhang mit der Klassen- oder Schulgemeinschaft besprochen. Dabei wird das soziale Miteinander gepflegt. In der Regel findet in jeder Klasse jeden Freitag eine Klassenratsitzung statt.
  • Schulparlament
    Es wird meist am 1. Donnerstag im Monat einberufen. Mitglieder dieses Gremiums sind die KlassensprecherInnen, unsere Sonderpädagogin und die Schulleiterin. In dieser Sitzung bringen die Kinder Anfragen aus den Klassenpflegschaftssitzungen, nehmen Vorschläge von Seiten der Lehrerinnen an und tragen sie in die Klassen weiter oder entscheiden im Namen ihrer Klassenkameradinnen.
  • Schulversammlung
    Alle Kinder der Schule kommen zusammen. Enie Klasse stellt dann etwas vor. Die Schulversammlung findet ca. 4x pro Jahr statt.

Die Großen helfen den Kleinen

Jeder Anfang ist nicht leicht. Für unsere Erstklässlerinnen und Erstklässler ist alles neu. Sie lernen neue Kinder kennen, der Tagesablauf ist ein anderer als das, was sie im Kindergarten erlebt haben, und sie müssen sich in einem fremden Gebäude zurechtfinden.

Deshalb bekommen sie eine gute Unterstützung durch Paten aus den dritten Klassen. Jedem Schulneuling steht ein Pate zur Seite.

Direkt am zweiten Schultag lernen sie sich kennen.

Die Paten

  • zeigen ihren Schützlingen das Schulgebäude,
  • begleiten sie in den Pausen und erklären ihnen allerlei, was für sie wichtig ist.
  • Im zweiten Halbjahr üben sie eine Stunde pro Woche mit den Kleinen das Lesen

Unser Streitschlichterprogramm

Was ist eigentlich eine Streitschlichtung (Mediation)?

Mediation bedeutet, dass unparteiische Dritte in Streitfällen vermitteln und somit eine Brücke zwischen den Streitenden schaffen. Streitschlichtung in der Grundschule bedeutet, dass bei Streitereien und kleineren Konflikten geholfen wird.

Was zeichnet die Streitschlichterinnen und Streitschlichter aus?

Streitschlichterinnen und Streitschlichter sind neutral, verschwiegen und mischen sich nicht ungefragt ein. Sie unterstützen in Streitsituationen ihre Mitschülerinnen und Mitschüler beim Finden einer gemeinsamen Lösung. Dabei helfen sie, nach einer Lösung zu suchen, die für alle Beteiligten akzeptabel ist.

Warum ist der Einsatz von Streitschlichterinnen und Streitschlichtern sinnvoll?

Streit und Konflikte zwischen Schülerinnen und Schülern gehören zum Alltag dazu. Die meisten Streitsituationen werden dabei durch Eltern, Lehrerinnen und Lehrer oder andere Aufsichtspersonen geregelt. Es kommt immer wieder vor, dass Kinder es nicht schaffen, ihre Konflikte mit anderen alleine und friedlich zu lösen. Die Kinder der Grundschule Hülsdonk sollen deshalb dazu befähigt werden, Konflikte konstruktiv zu lösen. Streitschlichtung ist daher ein gutes Mittel zur Gewaltprävention.
Die Schülerinnen und Schüler sollen in Streitsituationen selbstständig vermitteln und sich gegenseitig helfen. Hierbei lernen die Schüler Eigenverantwortung zu übernehmen. Sie lernen, über soziale Beziehungen nachzudenken und verbessern ihre Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und fremde Gefühle wahrzunehmen und zu verstehen.

Wie werden die Streitschlichterinnen und Streitschlichter an der Grundschule Hülsdonk ausgebildet?

Um Streitschlichterin oder Streitschlichter werden zu können, wird eine umfassende Streitschlichter-Ausbildung absolviert. Die Ausbildung wird von einer Lehrerin oder einer Lehramtsanwärterin durchgeführt und beträgt ca. 15 Unterrichtsstunden. Zusätzlich werden einige Pausen als Übungszeiten genutzt. Am Ende der Ausbildung wird eine praktische Prüfung durchgeführt, bei der die Kinder in Rollenspielen zeigen, ob sie eine Mediation durchführen können. Danach werden die Schülerinnen und Schüler vor der Schule geehrt.

Die Ausbildung umfasst:

  • einige Begriffsklärungen
  • Theoretisches Hintergrundwissen über Konflikte,
  • Wahrnehmungen der Menschen usw.
  • Nachdenken über eigene und fremde Gefühle sowie Verständnis dafür entwickeln
  • Aufgaben der Streitschlichter/innen erarbeiten
  • Wie funktioniert eine Streitschlichtung?
  • Üben von Mediationen in Rollenspielen sowie auf dem Pausenhof
  • Durchführen von Mediationen

Wann und wo schlichten die Streitschlichterinnen und Streitschlichter?

Nachdem die Kinder ausgebildet wurden, dürfen sie in den Pausen sowie in anderen Situationen Streit schlichten. Um die Streitschlichterinnen und Streitschlichter zu erkennen, tragen die diensthabenden Kinder gelbe Vesten. Jedes Kind hat zweimal die Woche jeweils eine Pause mit einem anderen Kind zusammen Dienst.
In jeder Klasse befindet sich ein Dienstplan, der aufzeigt, welche Kinder in welcher Pause zur Verfügung stehen.